Provisorische Füllungen

Provisorische Füllungen werden aus Materialien hergestellt, die sich einfach in den Zahn einbringen und wieder entfernen lassen. Provisorische Füllungen sollen nur für kurze Zeit halten und werden dann ausgewechselt. Sie dienen dem provisorischen Verschluss zur Wiederherstellung der Kaufunktion, zum Schutz vor schmerzhaften äußeren Reizen (z.B. Wärme, Kälte) und zur Vermeidung von Nerventzündungen. Ihre Anwendung erstreckt sich auch auf den Verschluss von desinfizierenden Einlagen während einer Wurzelkanalbehandlung.


    Langzeitprovisorische Füllungen

    Langzeitprovisorische Füllungen werden gelegt, wenn die Prognose eines Zahnes über längere Zeit beurteilt und später mit Zahnersatz versorgt werden soll. Sie bestehen aus Materialien,
     

    • deren Belastbarkeit (Druckfestigkeit, Verschleißbeständigkeit) größer ist als die provisorischer Füllungsmaterialien, jedoch geringer als  von definitiver Füllungsmaterialien. 
    • deren Verarbeitung aufwändiger ist als die provisorischer Füllungsmaterialien, jedoch weniger aufwändig als die definitiver Füllungsmaterialien.
     

    Die Haltbarkeit dieser Füllungen hängt von dem gewählten Material ab.Typischerweise bestehen diese Füllungen aus Glasionomerzement oder Kompomer. Diese Füllungsarten stellen preisgünstige plastische Versorgungen dar, die jedoch nur über einen sehr limitierten Zeitraum haltbar sind. Glasionomerzementfüllung sind nachweislich nach ca. 6 Monaten durchlässig für Bakterien.
    Alternativ hierzu können chemisch härtende Kunststoffe, welche fest an den Zahn geklebt werden, verwendet werden. Diese Füllungen halten erfahrungsgemäß 2 Jahre und stellen ein solides und dauerhaftes Aufbaumaterial für späteren Zahnersatz dar.

    Die Kosten für Aufbafüllungen werden sowohl von der gesetzlichen als auch der privaten Krankenversicherung übernommen.


    Amalgam-Füllungen

    Amalgam wird in knetbarer Konsistenz in die Zahnkavität eingebracht. Es ist ein Werkstoff, der bei richtiger Anwendung gute Langzeitergebnisse liefert. 

    Amalgamfüllungen sind wegen des Schwermetallgehaltes umstritten. Das Bundesgesundheitsamt empfiehlt die Anwendung von Amalgam bei verschiedenen Indikationen zu vermeiden. 

    Amalgam entsteht bei Anmischung eines Legierungspulvers (40-70% Silber, 18-30% Zinn, 12-30% Kupfer, 0-3% Zink) mit metallischem Quecksilber. Der Quecksilbergehalt einer ausgehärteten Amalgamfüllung beträgt ca. 50%.

    Amalgam darf nicht verwendet werden

    • wenn die frisch gelegte Füllung mit Zahnersatz aus Gold in Kontakt kommt
    • bei fachärztlich nachgewiesener Amalgamallergie
    • bei gestörter Nierenfunktion
    • bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr
    • bei Schwangeren

    Vorteile

    Nachteile

    • relativ leicht verarbeitbar
    • relativ hohe Bruchfestigkeit
    • gute Mundbeständigkeit
    • enthält Quecksilber
    • geringe Ästhetik
    • kann zu Zahnverfärbungen führen
    • kann zu Zahnfrakturen führen

    Kosten

    Die privaten Versicherungen tragen die Kosten in der Regel. Die individuellen Vertragsbedingungen müssen berücksichtigt werden. 

    Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten.

    Auf Grund der gravierenden Nachteile von Amalgamfüllungen (besonders auf Grund der Frakturgefahr) verwenden wir in unserer Praxis kein Amalgam mehr. 


    Kunststoff-Füllungen

    Komposit (Kunststoff) wird in knetbarer Konsistenz in die Zahnkavität eingebracht und mit Halogenlicht ausgehärtet. Um die Schrumpfung des Komposites beim Aushärten auszugleichen, wird die Füllung in einer aufwendigen Schicht- und Klebetechnik eingebracht. Um eine optimale Klebung zu gewährleisten, geschieht dies unter absoluter Trockenlegung mit Spanngummi (Kofferdam). Moderne Feinhybridkomposite halten auch den Kaukräften im Seitenzahngebiet stand, so dass sie unter Umständen eine Alternative zur Amalgamfüllung darstellen.

    Bestandteile:

    • Kunststoff
    • Füllstoffe (aus Glas oder Quarz)
    • Verbundschicht zwischen Füllstoffen und Kunststoff (Silane)
    • Katalysatoren, Akzeleratoren, Inhibitoren, Photostabilisatoren

    Vorteile

    Nachteile

    • sehr zahnsubstanzschonende Präparation möglich
    • gute Ästhetik
    • Schrumpfung
    • sehr hoher Aufwand bei der Verarbeitung (Trockenlegung, Klebe- und Mehrschichttechnik)

    Kosten

    Die privaten Versicherungen tragen die Kosten in der Regel. Die individuellen Vertragsbedingungen müssen berücksichtigt werden. 

    Die Kosten einer vergleichbaren plastischen Füllung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die entstehenden Mehrkosten trägt der Patient.

    Die Bilder zeigen einen Zahn, der vorher mit einer insuffizienten Füllung versorgt war, die dann durch eine eine ästhetische Kunststofffüllung ersetzt wurde (Bilder Dr. Staufer).