Was ist eine Wurzelkanalbehandlung

Im Zahninneren und in den Wurzeln befindet sich ein Zahnmark (Pulpa). Es besteht aus Bindegewebe, Blutgefäßen und Nervfasern und hat an der Wurzelspitze eine Verbindung zu weiteren Blutgefäßen und Knochen. 

Durch Karies verursachende Bakterien, Unfälle oder andere Reize kann der "Zahnnerv" sich entzünden oder absterben und damit zu einer Entzündung im Knochen führen. 

Früher gab es keine oder nur unzureichende Möglichkeiten solche Zähne, vor allem wenn es sich um Backenzähne handelte, zu retten. Mit den heutigen Methoden ist es in den meisten Fällen möglich diese Zähne zu erhalten.


Vorbereitung

In der Regel wird der Zahn lokal betäubt. Anschließend erfolgt die Isolierung zum Mundraum hin mit einem Spanngummi (Kofferdam). Damit wird zum Einen verhindert, dass Bakterien aus dem Speichel in den Zahn gelangen können, zum Anderen wird sicher verhindert, dass Spülflüssigkeiten oder Instrumente in den Rachen gelangen. Im Weiteren wird die Karies entfernt und ein Zugang zu dem Wurzelkanalsystem geschaffen.

Da es sich um äußerst feine Strukturen handelt benutzen wir dazu Vergrößerungshilfen wie Lupen mit 2 bis 4,5 facher Vergrößerung oder ein Operationsmikroskop mit bis zu 24facher Vergrößerung.

 


Aufbereitung

Nachdem die Kanaleingänge dargestellt worden sind, wird das Gewebe entfernt und die Kanäle mit feinen Nadeln aufbereitet. Dabei ist es sehr wichtig eine bestimmte Form zu schaffen und die Behandlung bis in die Nähe der Wurzelspitzen der Zähne durchzuführen. Dazu ist es notwendig die Länge des Zahnes mit Röntgenaufnahmen und elektronisch zu bestimmen. 

Während der Aufbereitung werden die Kanäle ständig gespült und desinfiziert. Anschließend werden sie getrocknet. Manchmal ist eine medikamentöse Zwischeneinlage notwendig. In solchen Fällen wird die Behandlung zwei- oder mehrzeitig durchgeführt.


Wurzelfüllung

Ist die Aufbereitung abgeschlossen und der Zahn gereinigt und getrocknet, werden die Hohlräume bakteriendicht mit einer Paste und Guttapercha, beides bioverträgliche Materialien, verschlossen, um eine erneute Besiedelung mit Bakterien zu verhindern. Dazu stehen uns verschiedene moderne Methoden zur Verfügung.


Revision

Das Ziel einer Wurzelkanalbehandlung ist die Wurzelkanäle des Zahnes von Bakterien zu reinigen und durch eine dichte Wurzelfüllung die Wiederbesiedelung zu verhindern. Wenn jedoch Kanäle übersehen oder aufgrund einer komplexen Kanalanatomie nicht ausreichend lang und breit aufbereitet und gereinigt wurden, können im Kanalsystem verbliebene Bakterien sich vermehren und erneut eine Entzündung verursachen.

Durch die Revision (Wiederholung) einer unzureichenden Wurzelkanalbehandlung kann in vielen Fällen ein Zahn doch noch gerettet werden.

Als erste Maßnahme muss der Zahn wieder eröffnet und die bestehende Wurzelfüllung aus den Kanälen entfernt werden. Ist der Zahn mit einem Wurzelstift versorgt, muss auch dieser herausgenommen werden. Die Entfernung kann je nach Art der verwendeten Materialien der Wurzelfüllung und der Wurzelstifte unterschiedlich schwierig und sehr zeitaufwändig sein. Dafür sind Vergrößerungssysteme (z.B. Mikroskop) eine sehr wertvolle Hilfeund manchmal sogar eine Voraussetzung.

Im weiteren Verlauf ist es wichtig, eine qualitativ hochwertige Wurzelbehandlung durchzuführen wie wir sie unter (siehe Wurzelkanalbehandlung / Behandlungsbeschreibung)erläutern.

Sollte eine Revision nicht durchführbar oder nicht erfolgreich gewesen sein, besteht noch die Möglichkeiten eines endodontisch-chirurgischen Eingriffs, der Wurzelspitzenresektion (siehe Behandlung / zahnärztliche Chirurgie).

Die Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung gibt nach internationalen Studien die Erfolgschance einer Revision der Wurzelkanalbehandlung mit 75 - 80% an. Diese Prognose ist aber auch in entscheidendem Maße davon abhängig, wie gut sich die vorherige Wurzelfüllung entfernen lässt. Hohe Erfolgszahlen können nur durch den konsequenten Einsatz moderner Behandlungsmethoden und -techniken erreicht werden.

Jeder Zahnarzt hat während seines Studiums die Grundprinzipien der Wurzelkanalbehandlung gelernt und kann diese durchführen.


Alternativen und Fragen

Die Wurzelkanalbehandlung stellt die letzte Möglichkeit dar, den Zahn erhalten zu können. Sie ist die einzige Alternative zur Entfernung des Zahnes.
 

Zweitbehandlung?

Bei anhaltenden Entzündungen, die häufig nach mangelhaften und unvollständigen Wurzelkanalbehandlungen auftreten, kann eine erneute Behandlung (Revision) sinnvoll sein. Dazu wird die alte Wurzelfüllung entfernt und der Wurzelkanal erneut aufbereitet. Mit den heutigen modernen Techniken und Instrumenten und vor allem seit der Einführung des Operationsmikroskops in der Zahnheilkunde ist dies oft eine erfolgsversprechende Möglichkeit, den Zahnverlust zu verhindern.
 

Können alle Zähne mit einer Wurzelkanalbehandlung erhalten werden?

Jeder medizinischen Therapie sind Grenzen gesetzt. So kann es in komplexen Fällen unmöglich sein, den Wurzelkanal sicher zu reinigen. In manchen Fällen muss ein chirurgischer Eingriff unterstützend eingesetzt werden, um den Zahn sicher zu erhalten (Wurzelspitzenresektion).
 

Wie ist die Prognose einer Wurzelkanalbehandlung?

Von der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung wird die Erfolgschance einer unkomplizierten Erstbehandlung mit bis zu 95 % angegeben. Bei einer Wiederholung der Wurzelkanalbehandlung und bei komplexeren Fällen, bei denen entsprechend ungünstigere Ausgangsvoraussetzungen vorliegen, wird die Erfolgsquote immer noch mit über 80 % angegeben. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese hohen Erfolgszahlen nur durch den konsequenten Einsatz der neuesten Behandlungsmethoden und Behandlungstechniken erreicht werden können.
 

Können Komplikationen auftreten?

Bei jeder Behandlung können Komplikationen auftreten. Vor allem kann es in sehr seltenen Fällen während der Behandlung des Wurzelkanals zum Zahnverlust kommen. Wird jedoch die notwendige Behandlung unterlassen, ist der Zahn auf jeden Fall verloren.
 

Was kommt nach der Behandlung?

Der Zahn wird mit einer Füllung oder bei grösseren Defekten nach einer ausreichend langen Beobachtungszeit mit einer Krone versorgt. Wurzelkanalbehandelte Zähne können häufig - wie auch andere Zähne, lebenslang erhalten werden.

Gerne beraten wir Sie in unserer Zahnarztpraxis in Oldenburg, über die Möglichkeiten der Behandlung des Wurzelkanals.


    Kosten

    Die sorgfältig durchgeführte Wurzelkanalbehandlung eines komplizierten Zahnes ist sehr zeitaufwändig und kann sogar mehrere Stunden dauern. Wird ein optimales Ergebnis angestrebt, ist für gesetzlich versicherte Patienten mit privat zu tragenden Kosten zu rechnen. Auch private Versicherungen und die „Beihilfe“ tragen nicht alle Kosten. Dies liegt zum Teil an der veralteten Gebührenordnung, die moderne Behandlungsmethoden in der Endodontie nicht berücksichtigt.


      Informationen für überwiesene Patienten

      Wenn Ihr Zahnarzt Sie zu uns zur Wurzelkanalbehandlung überwiesen hat, hat er Ihnen bereits einige Informationen und Unterlagen, zum Beispiel Röntgenbilder, mitgegeben. Manchmal werden die Röntgenaufnahmen aber bereits im Vorfeld der Behandlung an uns geschickt oder digital übermittelt und bereits vor Ihrem ersten Termin ausgewertet. Die Behandlung bei uns findet in enger Abstimmung und Absprache mit dem überweisenden Zahnarzt statt. Mit dem Abschluss der Wurzelkanalbehandlung und dem dichten Verschluss des Zahnes endet unser Auftrag und Sie werden von Ihrem Hauszahnarzt weiter behandelt. 

      Medizinische Informationen zur Behandlung finden Sie unter. Wurzelkanalbehandlung. 

      Die Behandlung bei uns findet, je nach dem Zustand des Zahnes, in der Regel in 2 - 3 Sitzungen statt. In der ersten Sitzung wird der Zahn nochmals untersucht, die Behandlung besprochen, die Termine festgelegt und auf Wunsch und wenn möglich ein Kostenplan erstellt.

      In der zweiten, sehr zeitaufwendigen Sitzung wird der Zahn für die Behandlung vorbereitet, die Wurzelkanäle unter einem Operationsmikroskop aufgesucht und aufbereitet, desinfiziert, gespült und getrocknet. In bestimmten Fällen wird bereits in dieser Sitzung die Behandlung mit der Wurzelfüllung und Deckfüllung abgeschlossen. Ist dies nicht möglich, weil zum Beispiel der Zahn noch schmerzhaft, stark entzündet ist oder eine Fistel aufweist, wird ein Medikament (meistens Calciumhydroxid) eingebracht, der Zahn provisorisch verschlossen und ein dritter Termin zum Abschluss der Behandlung vereinbart. Nur in sehr seltenen Fällen sind weitere Termine notwendig. 

      Nach Abschluss der Behandlung bekommt Ihr Hauszahnarzt einen Arztbrief mit allen wichtigen Informationen über die Behandlung sowie Kopien der angefertigten Röntgenaufnahmen damit er die Behandlung des Zahnes nachvollziehen und optimal fortsetzen kann. Es empfiehlt sich nach einem Jahr und dann in selteneren Abständen den Zahn röntgenologisch zu kontrollieren.

      Eine Wurzelkanalbehandlung ist eine langwierige und minutiöse Tätigkeit die zwar im Studium gelehrt wird aber von vielen Zahnärzten nicht geliebt wird. Besonders unbeliebt ist die Behandlung von Backenzähnen die mehrere, schlecht einsehbare und zugängliche, schmale, gekrümmte Kanäle haben. 

      Vor allem durch unsere umfangreichen Fortbildungen auf dem Gebiet der Wurzelkanalbehandlungen und den Spaß, den wir an diesen Behandlungen haben können wir sie sehr erfolgreich durchführen. Ein weiterer Aspekt ist unsere moderne technische Ausrüstung. Das dentale Mikroskop von Zeiss ermöglicht uns bei optimaler Lichtführung und Vergrößerung bisher nicht erkennbare Strukturen im Zahninneren, weitere Wurzelkanäle, Nebenkanäle, Verzweigungen, Perforationen usw. zu behandeln weil wir sie sehen. Weitere Unterstützung bietet uns das digitale Röntgen, welches sehr schnell (und strahlungsarm) bereits während der Behandlung die benötigten Informationen liefert. Elektrometrische Messung der Zahnlänge, ultraschallaktivierte Reinigung des Wurzelkanals, sowie eine ausgefeilte Technik der Wurzelkanalfüllung, die so genannte vertikale Kondensation erwärmter Guttapercha nach Schilder, sind weitere Kriterien die den Erfolg der Behandlung und die Zahnerhaltung fördern.

      Die Aufbereitung der Wurzelkanäle erfolgt mit genau abgestimmten Hand- und Maschineninstrumenten aus Stahl sowie dem extrem biegsamen Material Nickel-Titan. Wir verwenden je nach der Situation Ultraschallinstrumente, die rotierenden Instrumente Gates-Gliden, ProTaper, ProFile, GreaterTaper und Light Speed sowie sehr viele unterschiedliche Handinstrumente. 

      Das Spektrum unserer Wurzelkanalbehandlungen beinhaltet:
      • die mikroskopgestützte Wurzelbehandlung
      • die Revision bereits vorhandener Wurzelbehandlungen, bei denen Probleme aufgetreten sind
      • die Revision unvollständiger, alter Wurzelfüllungen vor Anfertigung von neuem Zahnersatz
      • die Behandlung von Wurzelperforationen oder Resorptionen
      • die Entfernung von abgebrochenen Instrumentfragmenten und Stiften
      • endodontisch-chirurgische Behandlungen (die immer seltener erforderlich sind)
          
      Bei der Berechnung gilt die Gebührenordnung für Zahnärzte vom 22.10.1987. Die Steigerungssätze orientieren sich an der Zeit, dem Aufwand und den Umständen der Behandlung. Auch bei Privatpatienten, vor allem beihilfeberechtigten kann es zu Eigenanteilen kommen: Erstattungsprobleme gibt es vor allem bei der Kostenerstattung für das Operations-Mikroskop und besonders schwieriger Behandlungen, insbesondere bei aufwändigen Wiederholungsbehandlungen. Ein wesentliches Problem ist dabei, dass die Gebührenordnung sich immer noch auf dem Stand von 1987 befindet und alle Neuerungen keine Berücksichtigung gefunden haben.

      Bei Kassenpatienten sind das Operations-Mikroskop, die elektronische Wurzelkanallängenbestimmung und Ultraschallbehandlung Beispiele für Leistungen, die nicht im Kassenkatalog enthalten sind. Bei vielen Zähnen ist eine Abrechnung zu Lasten der Kassen vom Gesetzgeber gänzlich ausgeschlossen, obwohl diese Zähne mit entsprechender Ausrüstung, Ausbildung, Erfahrung und Aufwand erhalten werden können. Auch bei Kassenpatienten orientieren sich die Kosten am Aufwand nach den Vorgaben der Gebührenordnung für Zahnärzte.

       


        Informationen für überweisende Zahnärzte

        Gerne führen wir für Kollegen endodontische Behandlungen durch. Durch die Freude an Endodontie tun wir diese minutiöse Arbeit gerne und erzielen in vielen Fällen beachtliche Erfolge. Durch unsere umfangreiche Fortbildung auf diesem Gebiet, sowie die Ausrüstung wie digitales Röntgen, Operationsmikroskop, drehmoment begrenzte Mikromotoren, diverse manuelle und maschinelle endodontische Instrumentsysteme, fühlen wir uns kompetent komplizierte Behandlungen durchzuführen. 

        In der Regel findet die Behandlung in 2 - 3 Sitzungen statt. 

        In der ersten Sitzung wird der Patient über den Behandlungsablauf, mögliche Komplikationen und Risiken sowie Kosten unterrichtet. 

        In einer Folgesitzung findet die erste Behandlung statt. Wenn notwendig wird der Zahn aufgebaut um ihn kofferdamfähig zu machen, aufbereitet, gereinigt, desifiziert, etc. Je nach Indikation oder Behandlungsverlauf wird das Kanalsystem bereits in dieser Sitzung definitiv gefüllt oder eine medikamentöse Einlage eingebracht und der Zahn provisorisch verschlossen. 

        Die Wurzelfüllung wird von uns in der Regel mit der Technik der vertikalen Kondensation warmer Guttapercha nach Schilder durchgeführt. Neue, vielversprechende alternative Wurzelfüllmaterialien und Sealer wie z.B. Epiphany und Resillon beobachten wir mit Interesse. Unsere Behandlung schließen wir mit dem adhäsiven Verschluss des Zahnes ab. Auf Wunsch und bei entsprechender Indikation wird ein Glasfaserstift im Kanal adhäsiv befestigt und ein Kunststoffaufbau eingebracht.

        Zur Vermeidung von Missverständnissen sind wir für eine schriftliche Überweisung dankbar. Die Angabe des Zahnes sowie Information über bisher stattgefundene Behandlung und insbesondere Besonderheiten und Komplikationen wie:

        Stufenbildung
        Instrumentenfrakturen
        blockierte Kanäle
        Perforationen
        Nicht gefundene Kanaleingänge
        provisorisch eingesetzte Kronen und Brücken
        mit möglichst genauen Angaben erleichtern die Behandlung. 

        Vorhandene Röntgenaufnahmen sind immer vom Interesse und erleichtern die Einschätzung des Falles sowie die Besprechung. 

        Sollte die Erneuerung einer Krone an dem zu behandelndem Zahn geplant sein, wäre der Ersatz der alten Krone durch eine Interimskrone in der überweisender Praxis sinnvoll. 

        In je früherem Stadium wir die Behandlung übernehmen dürfen, desto größer sind die Erfolgsaussichten. 

        Wir bitten Sie den Patienten zu unterrichten, dass (auch bei PKV Mitgliedschaft) die Kostenerstatter manche Kosten nicht übernehmen und in der GKVersicherung viele Behandlungen von dem Patienten ganz zu tragen sind. 

        Grundsätzlich wird der Patient nach Abschluss der endodontischen Behandlung an die überweisende Praxis zurücküberwiesen. Ein Arztbrief mit der Kopie der Röntgenaufnahmen wird von uns umgehend geschrieben.